HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 114

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1 gefangenschaft und die Schrecknisse der überstandenen Kam,
l Schlachten haben für religiöse Gedanken die Wege in die Beere
1 Herzen der Gefangenen geebnet, und gar mancher, der seit Weise
jahren keine Predigt mehr hat hören wollen, nimmt hier blieb,
l gern und willig die Lehren Christi, die ihm in der Predigt maeh
verkündet werden, wieder an. und ,
i Auläer diesem Morgengottesdienst sind vielerorts, wo die Trost
Verhältnisse es gestatten, auch Nachmittagsandachten an Gelei
Sonntagen und oft auch an Werktagen eingerichtet, die
gerne von den Gefangenen besucht werden. An Sonntagen
i pflegt man hier die Vesper zu singen, an Werktagen betet
l man den Rosenkranz oder den Kreuzweg.
jeden Samstag und an den Tagen vor hohen Pesten wird
den Gefangenen Gelegenheit zur heiligen Beichte geboten. e
Q Wohl alle Geistliche, die mit der Seelsorge der Kriegs­
á gefangenen betraut sind, können die tröstliche Erfahrung in
i Q bestätigen, daB gar viele diese Gelegenheit benutzen, um
i , wieder zu Gott und zu einem christlichen Leben zurück- V
l ' zukehren. "
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E n den Lazaretten ist die Seelsorge im allgemeinen leichter _
l und auch erfolgreicher, da hier der Geistliche mehr als `
in den gr0Ben Lagern mit den einzelnen Gefangenen in
i persönlichen Verkehr tritt. Der Gottesdienst wird hier mit
E den entsprechenden Veränderungen in ähnlicher Weise wie
ë in den Lagern gehalten. Im Laufe der Woche besucht dei P
{ . Geistliche nach einer Ordnung, die er sich zurechtgelegt hat A
die Kranken und Verwundeten in den Sälen. Steht der Tod und
eines Lazarettinsassen bevor, dann spendet ihm der Geistliche. Wure
durch den Arzt oder eine andere Person herbeigeholt, die hei- öffer
ligen Sterbesakramente. Ist der '1`0d eingetreten, so begleitel spm,
der Priester die sterblichen Uberreste des Verstorbenen aui dam
den Friedhof, wo er denselben unter den Gebeten der Kirche über
in die Reihe seiner früher verschiedenen Landsleute beisetzt. Lmbe
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