HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 118

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tung kleine anregende Beispiele, Merksprüche und Hin-
, weise für eine christliche Lebensführung enthält.
l Zur weiteren religiösen Belehrung werden in manchen La-
, gern mehrmals wöchentliche Konferenzen abgehalten,
, in denen über Dogma, Liturgie, Moral, Apologetik usw. Unter- vg
l richt erteilt wird. Derartige Veranstaltungen sind um des- :_
L willen besonders zu begrüläen, da von der französischen Regie- I
rung der Religionsunterricht in der Schule schon seit jahren Q , Q-
verboten ist und infolgedessen gar mancher französische Ge-
fangene recht schwache und unklare religiöse Begriffe hat. M
i ie Obliegenheiten des Priesters sind jedoch mit den rein
l D religiösen und seelsorgerischen Arbeiten noch nicht er-
schöpft; es treten (wie schon an anderer Stelle erzählt
V wurde) noch alle diejenigen Bemühungen weltlicher Art hin­
' zu, die von der Nächstenliebe gefordert werden und die dazu ,
‘ V dienen, der eigentlichen Seelsorge die Wege zu bereiten. Bei ‘
lp , . seinem Gang durch das Lager oder Lazarett wird gar manche
nl l Anfrage oder Bitte an den Geistlichen gerichtet. Hier muli Sr·` ll
i er einem Schreibunkundigen einen Brief schreiben, dort
Qi einem Bedürftigen ein Liebespaket aus der Heimat besorgen;
dieser möchte eine Nachricht von seinen Angehörigen haben,
l jener will gerne wissen, in welchem Lager sich sein Bruder
oder Verwandter befindet u. dgl. m.
E Geldunterstützungen erhalten die bedürftigen Gefangenen
E besonders durch die Vermittlung der auf Anregung des Q
{ I päpstlichen Stuhles errichteten Kriegshilfsstelle in Pader-
born (Bischöfliches Generalvikariat). Derselben wurden von
der Schweizerischen katholischen Mission in Freiburg in der
Schweiz aus einer in Frankreich veranstalteten kirchlichen ` il
E Sammlung in den Monaten April bis September 190 ooo M. L
zur Verfügung gestellt. Durch Nachfragen bei den Seelsor­ _l_'
gern der Lager und Lazarette wurden die jeweiligen Bedürf-
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