HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 122

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L ein, in denen sich bekümmerte Angehörige erkundigen, ob dêï
l ihr Sohn, Gatte oder Bruder sich in dem der Seelsorge des ¤äh<
L Geistlichen unterstellten Lager oder Lazarett befände, ob Hähl
vielleicht dort gefangengehaltene Regimentskameraden etwas fest
4 über den Verbleib des VermiBten angeben könnten. Die Be- Pfëï
L antwortung dieser Anfragen bedeutet eine ziemliche Arbeits­ L sorê
last; aber der Geistliche nimmt sie gerne auf sich, da er da- Ein!
L durch manches Herz von Sorge befreien kann. Selbst wenn . Ofü
auch öfters der Tod des Gesuchten gemeldet werden muB, I5·
so bedeutet eine solche sichere Nachricht dennoch eine dêïl
wahre Erlösung aus oft monatelanger, peinigender UngevviB­ SYH
l heit. Mit der Aufsuchung der VermiBten auch der feind- Krïl
lichen Staaten beschäftigt sich von katholischer Seite be- L tag'
l sonders die schon genannte kirchliche Kriegshilfsstelle zu Dïê
Paderborn. Diese versendet Listen mit den Namen der Ver- Gm
; miBten an alle Seelsorger in Gefangenenlagern und Laza­ bëz
i L retten. Diese einseitig bedruckten Listen werden im Ein- F
gw vernehmen mit der Behörde den Gefangenen durch An- L ma
schlag, Auflegen in den Bibliothekszimmern oder durch L kul
E · Herumreichen bekanntgegeben. Die Auskünfte, welche die 1 {Ch
Gefangenen über vermiBte Kameraden geben können, werden FCE
gesammelt und durch Vermittlung der Kriegshilfsstelle an De
die Angehörigen weiter gesandt. Bis 1. November 1915 l SC?
E sind insgesamt 107 solcher Listen mit 36844 Namen ver- SOY
schickt worden. licl
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‘ Fü
Israelitische Seelsorge l gij,
Von
Rabbiner Dr. E. Munk (Berlin) i Na
l ur Zeit, als die militärische und wirtschaftliche Organisa- di<
Ztion der Gefangenenlager sich noch in einem frühen Si€
Stadium der Entwicklung befand, bot sich bereits für die ver- äïl
antwortlichen jüdischen Instanzen dringliche Veranlassung dar, Ei
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