HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 124

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im judentum erleichternd mit. Denn die Hauptbedingung Orschr
zu seiner Abhaltung ist bereits erfüllt, wenn zehn Beter sich eckw
vereinigen, wohingegen die Leitung durch einen Geistlichen Stellenl
nicht zu den Erfordernissen gehört. Gleichwohl wurde von 24. De
i den betreffenden Rabbinern die Einrichtung getroffen, daB daB
i in regelmäläigen Zeitabständen auch Gottesdienste unter gung 4
i ihrer Anteilnahme als Prediger stattfinden. Auf Wunsch häuP'C$
; erfolgen auch hie und da belehrende Vorträge und Dis- gesetzl
kussionen über religiös-wissenschaftliche Gegenstände. Die wïïï
Seelsorge wird von den Rabbinern und Religionslehrern cinzuri
ehrenamtlich ausgeübt. Zur Beschaffung der zu vielen gefang
R Tausenden eingeforderten Gebetbücher, religiösen Studien­ Dl?
werke und Gebetritualien bedurfte es einer Zentralisation. B€k°§1
In verschiedenen Orten des Reiches wurden Sammelstellen Solääë
i errichtet, die, erfreulicherweise reichlich beschickt, den Be- Rahmr
r 1 darf zu erheblichem Teile decken konnten. Mit der Als]
l 1 Steigerung der Gefangenenmassen, zumal aus dem östlichen den ix
K Kriegsgebiete, wachsen allerdings die Anforderungen stetig. dan G
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i Q Unter den jüdischen Kriegsgefangenen gibt es viele, denen ïïqfï;
vermöge ihrer Erziehung und Lebensweise die Ver- Strêm
EA meidung religiös verbotener Speisen Herzenssache ist. Gar bayer
r manche von diesen haben erst, nachdem sie eine Zeitlang die Gefaf
ä Annahme der warmen Mittags­ und Abendkost verweigert (heil
und nur von Brot, Hering u. dgl. sich genährt hatten, dem küclm
ï Druck der Verhältnisse bekümmerten Gemütes nachgegeben. gefüh
· Der orthodoxen judenheit Deutschlands konnte solche Ge- hat d
wissensnot ihrer Glaubensgenossen nicht gleichgültig sein. neue]
Sobald die Organisation der Gefangenenlager zum AbschluB punk
E gediehen war, wurden deshalb Ende November 1914 dem sche
Kriegsministerium geeignete MaBnahmen zur Einrichtung in 3
einer rituellen Bespeisung unterbreitet. Es wurde beantragt, Werd
wo strenggläubige Gefangene in gröBerer Zahl vereinigt Rasti
L seien, diesen eine besondere Beköstigung im Rahmen der und
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