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i Parchim (zum IX. Armeekorps gehörig) werden bereits seit ‘-‘,
. Februar 1915 an 500-600 Israeliten koscher verpflegt. In
i einer Reihe von Lagern 1ieB sich die MaBregel aus organisa- _
p torischen Gründen noch nicht durchführen, doch dürfte ver- "Fi
möge des Mittels der Konzentration der Strenggläubigen auch ,
hier der Weg zum Ziel gefunden werden im Sinne der
1 übrigens auch in dem allgerneinen ErlaB des preuläischen
Kriegsministeriums vom 24. April 1915 über die Ernährung ii
der Kriegsgefangenen ausgesprochenen Forderung· ,,Auch ·I i
I religiöser Kultus ist nach Möglichkeit zu berücksichtigen."
In Hinblick auf die in den jüdischen Gemeinden bestehenden
i Ritualinstitutionen wäre die Durchführung der K0nzentra­ ä
tion der strenggläubigen Israeliten gegenüber der bereits
i durchgeführten Konzentration der m0ha1nmedanischen
” Kriegsgefangenen vvesentlich erleichtert. Im Zivil­Eng­ ·
£ länderlager Ruhleben ist die Frage der Verpflegung der .
k Z Mohammedaner durch ihre Zuweisung an die Sonder-
F ii r küche für Israeliten gelöst worden
’ 5
Wie bezüglich der Gottesdienste, so erfreuen sich die
iii Kriegsgefangenen auch hinsichtlich der Arbeitsruhe
E. an den Festtagen des Entgegenkommens der Heeresvervval-
tung. So fand am Versöhnungstage - 18. September 1915
Q - Befreiung von jedem Dienst statt. Am ersten Neujahrs-
F tage - 9. September 1915 - sowie am ersten - 23. Sep­
[ tember 1915 - und achten - 30. September 1915 - Tage
i des Laubhüttenfestes wurden die jüdischen Gefangenen vom
inneren Dienst, sovveit die dienstlichen Verhältnisse es irgend
zu1ieBen, und auf ihren Wunsch von sonstiger Arbeit be·
freit. An den genannten vier Feiertagen ist ihnen die Ab- ·
C
*) In den Zivilgefangenenlagem von Holzminden (Russen und
Franzosen), Ruhleben (Engländer) und Skalmierschütz (Polen)
sowie seit einiger Zeit in Trauenstein (Russen) ist die S0nder­
verpflegung durchgeführt.
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