HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 128

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haltung gemeinsamen Gottesdienstes am Lager- oder Arbeits­ I i
n orte gestattet worden.
Wer die Strenge des feiertäglichen Arbeitsverbots im ]uden­
tum kennt, wird ermessen, welche Dankbarkeit die gläubigen
g Israeliten der obersten Heeresverwaltung für diese Rücksicht­ °
1 nahme zollen. Nicht wenige Kommandanturen gewährten
übrigens noch weitere Vergünstigungen durch festtägliche Be-
L sonderheiten in der Verpflegung, durch verständnisvolle Be-
L rücksichtigung der 25s'cündigen Fastenpflicht am Versöh­
1 nungstage, ja teilweise sogar durch unentgeltliche Beschaf­
fung von ritueller Kost für den Vortag und Nachabend
l dieses Festes. Die Kommandantur eines Lagers bewilligte
beispielsweise ca. 1200 M. für koschere Fleischwaren zu
diesem Zwecke.
In der bereitwilligsten Weise aber befleiläigten sich sämtliche
Lagerkommandanturen in allen Bundesstaaten, den Israeliten
[ A die Begehung des Passah-(Oster-)Festes nach Möglichkeit zu ë
LE erleichtern. Nur mit Uberwindung erheblicher Schwierigkeiten
i l organisatorischen und technischen, zum Teil auch ök0n0­
l i l mischen Charakters vermochten die Kommandanten die Ver-
sorgunglvon vielen Tausenden mit dem Passahbrot (Mazzoth)
an Stelle des gewöhnlichen Brotes und mit sonstiger Passah­
f kost zu bewerkstelligen. In einem Lager nahmen nicht
l weniger als 1200 Israeliten an der Sonderverpflegung teil.
l Ein Generalmajor schreibt, er ,,dankt vielmals im Namen
der russischen kriegsgefangenen 246 Israeliten für die
` freundliche Ubersendung des Mazzothbrotes und wird die
Verteilung während des Passahfestes wie gewünscht vor-
ly nehmen", und ein anderer Kommandant drahtet: ,,166 ju-
den wünschen Osterbr0t." Dies nur Beispiele für den
l verständnisvollen Eifer der Befehlshaber. Schätzungsweise
betrug der Bedarf der Gefangenen an Mazzoth 500-600 Zent-
ner, denen natürlich eine Ersparnis an der üblichen Br0t­
nahrung gegenübersteht. á
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