HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 14

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Diese Leute übersehen, daB alles, was in Deutschland den I
Kriegsgefangenen gewährt wird, sich streng im Rahmen
dessen bewegt, was, nach den anerkannten internationalen b‘
Abmachungen, jeder kriegführende Staat für die Unterkunft, u
Ernährung und Beschäftigung kriegsgefangener Offiziere oder A
Soldaten zu tun verpflichtet ist. Für spartanische Erziehung K
unserer Feinde haben wir nicht zu sorgen. Deutschland hat E
sich vom ersten Augenblick an genau an die Haager Kon-
vention gehalten. Diese bestimmt, wie die Kriegsgefangenen zu
behandeln sind, in ihr ist auch der allgemeine Verpflegungs­
aufwand festgesetzt. Aber abgesehen von den zur Norm er-
hobenen allgemein menschlichen Gründen liegt es auch in
unserem wohlverstandenen eigenen Interesse, unsere Kriegs-
gefangenen ausreichend zu ernähren und gesund zu erhalten,
denn nur dann stehen sie unserer Landwirtschaft und In-
dustrie als leistungsfähige Arbeiter zur Verfügung. AuBerdem
hat die Erfahrung gelehrt, daB ausreichend verpflegte Kriegs-
gefangene am wenigsten zu Fluchtversuchen neigen. Denen,
die eine Verschärfung in der Behandlung der Kriegsgefangenen
fordern, muB schlielàlich mit der Frage geantwortet werden,
ob sie eine schlechtere Behandlung unserer deutschen Brüder
in F eindesland wünschen. Bemüht sich unsere Regierung, mit
allen Mitteln zu erreichen, dal3 deutsche Kriegsgefangene in
den feindlichen Staaten nicht wie Sträflinge behandelt werden,
so verwechsle man auch die in Deutschland befindlichen
V kriegsgefangenen Franzosen, Russen und Engländer nicht
mit Strafgefangenen. Es ist die Aufgabe der Lagerkomman-
danten, den Kriegsgefangenen ohne Ansehen der Person,
jedoch in menschenwürdiger Weise, das ihrige zu geben, nicht
mehr und nicht weniger. Diese Aufgabe erfordert sehr viel
Umsicht und peinliche Pflichterfüllung, und nicht zuletzt ein
äuBerst genaues Rechnen. Man darf wohl sagen, daB die
deutschen Lagerbehörden sich dieser Aufgabe gewachsen
gezeigt haben.
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