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5 Die Postsendungen sind bedeutend. Der Monatsumsatz be- I
I trug z. B. im September 1915 für die Mannschaftsgefangenen- I
lager in Limburg 42 582 eingehende Briefe, 37 269 ausgehende
4 Briefe, 2491 Postanweisungen, 32 875 Pakete von Angehö-
4 rigen und Liebesgaben.
; Die folgenden Zeilen mögen ein Bild von der enormen
5 Arbeitsleistung geben, die bei einem einzelnen Kriegsgefange-
4 nenlager auf die Bewältigung des Postbetriebes verwendet
wird. Es handelt sich auch hier um das Lager Limburg.
Briefverkehr. Die Postprüfungsstelle beschäftigt elf
g Dolmetscherg IO für französische und englische Sen-
E dungen und 1 für russische, bei einer täglichen Arbeits-
zeit von neun Stunden. Monatsresultatx etwa 80 000 Briefe,
die sich, wie oben gesagt, aus 37 269 ausgehenden und
42 582 eingehenden zusammensetzen. Die ausgehenden sind
I in Minderzahl, da jeder Gefangene zwei Briefe und vier
; Karten im Monat schreiben darf, wohingegen es ihm frei-
steht, so viele Briefe zu empfangen, als seine Familie und
F { ~ seine F reunde ihm schreiben wollen. Die eingehenden Briefe 4
Q werden sofort geprüft und verteilt. Die ausgehenden haben ga
, eine Liegefrist von zehn Tagen durchzumachen. Für Sor-
tierung der eingehenden Briefe werden Franzosen bzw. Eng-
E länder und Russen herangezogen, die nach Prüfung auf
den Inhalt durch die Dolmetscher die Trennung in Batail­ E
10ne, Kompagnien resp. Arbeitskommandos vornehmen. ’«
Das Briefpapier bzw. die Postkarten für die Gefangenen ‘
auf Arbeitskommandos werden unentgeltlich von der Post-
prüfungsstelle geliefert.
Der Geldverkehr beschäftigt drei Personen.
In dieser Zahl ist eine Vereinfachung ausgedrückt, die
durch den Verkehr mit Scheckmarken entstand. Kein Ge- [
fangener bekommt bares Geld in die Hand, sondern nur ·
Scheckmarken, die ihm von der Postprüfungsstelle aus-
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