HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 153

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ld der i Ed. v. Bendemarm
trägt Wie uns durch die photographischen Aufnahmen aus den
einen Gefangenenlagern eine unmittelbare Anschauung von
enteil, den äuBeren Lebensbedingungen, von dem physischen Befinden
e sich , der Lagerinsassen vermittelt wird, so können wir durch einen
g des i Eirxblick in die gr0Be Menge von Briefen, die die Gefangenen
L mit den Ihrigen daheim wechseln, eine wahrheitsgetreues Bild
i von ihrer psychischen Verfassung gewinnen. Denn dafür liegen
l nicht nur kurze stereotype Berichte vor, sondern auch ganz
spontane, offenherzige Plaudereien mit den Verwandten und
Freunden zu Hause.
i Die Engländer allerdings sind auch in ihren schrift- i
l lichen Auläerungen wortkarg und zurückhaltend; auBerdem
hat ja der englische Söldner so gut wie gar keinen Zusammen­
hang mit den eigentlichen Bürgerkreisen seiner Heimat. Die
Undifferenziertheit der russischen Volksseele spricht sich
in der Eintönigkeit der Briefe aus; zumeist werden diese
wohl auch von den wenigen des Schreibens Kundigen auf-
gesetzt, so daB sich immer dieselben Redewendungen wieder-
holen. Charakteristisch ist hier ein stark religiöser Zug und
ein dumpfer Fatalismus. Am ausführlichsten und natür-
lichstcn schreiben die Franzosen. Ihre Briefe sind daher
l auch die ausgiebigste Quelle für den Psychologen.
Gewifä wird der Gefangene seine Unzufriedenheit, seine
Abneigung nicht solchen Blättern, die ja berechtigterweise
. der Prüfung unterliegen müssen, anvertrauen, und die Unver-
söhnlichen werden ihren HaB verbergen müssen; aber wir
verlangen ja auch nicht Liebesbezeugungen und überschweng-
liche Lobeserhebungen, die doch nur den Eindruck des Sich-
einschmeicheln­wo1lens erwecken würden. Eine sachliche
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