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Die völkerrechtliche Stellung di
der Kriegsgefangenen*) B‘
Von si1
Dr. Karl Strupp (Frankfurt a.
Das geltende Kriegsgefangenenrecht, schon vor 1899 durch
gleichmäläige Anwendung gevvisser, auf Menschlichkeits- ge
erwägungen aufgebauter gewohnheitsrechtlicher Sätze aus- M
gebildet, beruht heute auf den Beschlüssen der I. Haager kl
Konferenz von 1899. Diese ihrerseits gehen auf die wert­ gl
vollen Vorarbeiten und Entwürfe zurück, die eine - ergeb­ F,
nislos verlaufene - Konferenz im Jahre 1874 und das hi
Institut de droit international ausgearbeitet hatten. ar
Im folgenden sollen die Rechtssätze der Haager Kon- fa
ferenz von 1899, die, soweit das Kriegsgefangenenrecht in di
Betracht kommt, auf der II. Konferenz von 1907 nur T,
ganz vvenige Abänderungen erfahren haben, und die in der F,
Anlage zur IV. Haager Konvention (von 1907), der soge­ Si]
nannten Haager Landkriegsordnung, niedergelegt sind, in
aller Kürze dargestellt werden. L;
Die wichtigste Frage, die Frage, wer überhaupt zum R,
Kriegsgefangenen gemacht werden kann, beantwortet sich SI
nach geltendem Recht dahin, dalä unterschiedslos Kom- ar
battanten wie Nichtkombattanten der Gefangenschaft unter- Sa
liegen. Während der Begriff Kombattanten klar ist, sind zu
nach Völkergewohnheitsrecht Nichtkombattanten u. a. das
Staatsoberhaupt, Militärbeamte, Militärärzte (die aber nach ar
der Genfer Konvention von 1864/1906 der Gefangenschaft fa
nicht unterliegen), Militärgeistliche, Zivilflieger. Dagegen ge
gehören nach der Landkriegsordnung Diplomaten, Armee­ Ik
lieferanten, Zeitungsberichterstatter niemals zu den Nicht- te
kornbattanten. Sie sind vielmehr als Personen anzusehen, he
*) Literatur: Strupp, Das Internationale Landkriegsrecht, ut
1914, und die dort S. 45 Zitierten. dit
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