HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 170

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l Als Grundlage kommt zunächst der Kostenpunkt in Be-
tracht, und zwar ist ein Monatshöchstsatz von 50 Mark
i für vollständige Tagesverpflegung vorgeschrieben, welche allen l < 'WEY
Offizieren ohne Ansehen etwaiger höherer Zahlkraft gleich- i V
‘ mäläig zu verabreichen ist. Das hindert indessen nicht, an i
der Verabfolgung besonderer, meist etvvas teurerer Kost an
Kranke, Pflegebedürftige und Rituelle, denen deswegen aber
i kein gröfäerer Beitrag abgenommen wird. In gr0Ben Betrieben
5 1äBt sich stets ein gevvisser Satz herauswirtschaften, und da. ` ·
Q die gesamten Beiträge im ganzen restlos zugunsten der in
Kriegsgefangenen verwendet werden, liegt auch diese familien­ i
R mäBige Einteilung nur im Sinne ihrer Kameradschaft. , V
F Die Sorgfalt, welche auf die Verpflegung der Offiziere zu x
verwenden ist, muB eine gegen die Mannschaftslager wohl i
{ noch erhöhte sein. Zunächst stammen die Offiziere ja in der V i
, überwiegenden Mehrzahl aus Gesellschaftsschichten mit ge- i
[ steigerten Gewohnheiten, und so stellen sie schon unbewuBt i
ä erhöhte Anforderungen, um sich befriedigt zu fühlen. il · v·-· ··*
* Alsdann arbeiten die Offiziere sich körperlich nicht aus, 4 I
ii g wie Mannschaften, sie leiden ferner unter der Gefangenschaft “i E
ig viel stärker, weil sie grübeln, solange sie sich nicht zu der , is
Ei völlig in ihrem Belieben stehenden Beschäftigung, Körper­
übung und Zerstreuung entschlieBen. Sie sorgen sich an- ,
i dauernd um ihr weiteres und auch engeres Vaterland, wo der
Kampf auch ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen berührt,
teilweise haben sie die Unterbrechung ihrer Laufbahn, und Q
alle die Beendigung ihrer Mitwirkung am Kriege zu beklagen.
So sind fast alle mehr oder weniger nervös und bei dem ge-
nauen Studium der Zeitungen natürlich oft sehr gedrückt. i W is
Da macht man ihnen also durch eine schmackhafte, ab- i h l
wechslungsreiche, leichtverdauliche und nicht erhitzende
Kost das Leben etwas angenehmer, und bei der Einförmig­
keit des Tageslaufes beschäftigen sich die jetzt Berufslosen
ja vermehrt mit den geringsten Kleinigkeiten ihrer nun
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