HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 174

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Halter für Messer und Gabeln angebracht, damit jeder von
seiner Portion nur das nimmt, was er wirklich haben will.
Alle diese Schüssel­ und Plattenreste werden wieder ver-
wendet bzw. kommen mit in das anschlieläende Essen der
die Offiziere bedienenden kriegsgefangenen Ordonnanzen. E
Auch hierin liegt ein wirtschaftlicher Vorteil; denn so ist
es ausgeschlossen, daB jemals etwas vom zubereiteten Essen l ”
ungenutzt bleibt und somit verdirbt oder gar in das
Schweinefutter getan wird. Restlose Ausnutzung ist über- J
haupt ein Hauptleitwort. Die Knochen werden aufge- l
schlagen und mehrfach ausgekocht. So wird alles in irgend-
einer Form der Verwendung zugeführt. Sehr viel hängt
natürlich von der Umsicht des Kochs ab und der Zuverlässigkeit
des Aufsichtspersonals. Das bekannte Wort, daB das Teuerste
das Billigste ist, hat sich auch hier bewährt, so insbesondere 2
beim Fleisch. Gutes Vieh ist schmackhaft, bekömmlich, nährt,
1äBt sich gut ausnutzen und hat auch noch so viel eigenes
in Fett, daB man keines zum Zubereiten anzuschaffen braucht. l
Auf diese Weise kann man zur Abwechslung auch Brat-
fleisch geben, wozu anderseits wieder die Beschaffung eines
lïi Bratofens wie eines auskömmlichen Herdes Vorbedingung ist. l
Auch auf dem Gebiete der übrigen Geräte machte es sich be- ï
zahlt, daB reichlich und gediegen angeschafft wurde. H
Gr0Ber Wert wurde gelegt auf bei aller Einfachheit saubere l
l und dem Auge gefällige Aufmachung, die Tische in den EB- I
ï sälen mit weiBem, stets abgeseiftem Wachstuch gedeckt, der gi;
FuBboden mit Sägemehl bestreut, Sonnenvorhänge an die
Fenster gemacht und saubere Gewürzgefälöe und so weiter
‘ geliefert. Selbstverständlich werden die aufwaschenden
Kriegsgefangenen zur Gründlichkeit angehalten, reichlich
i Soda und Seife und heiBes Wasser in mehreren Büttcn ge-
l liefert, die Bestecke stets scharf gebeizt und gebrüht und die
i Messer in der Maschine blank geputzt, so daB auch der Hy-
n gieniker zu seinem Rechte kommt.
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