HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 176

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Alle leitenden und malägebenden Vesrichtungen werden l
von Deutschen ausgeführt, so daB man also Gewähr hat i
dafür, daB die wohlwollende Fürsorge für die Feinde doch i
Hand in Hand geht mit äuBerster Wahrnehmung der vater­ t
ländischen Interessen. Der Küchenunteroffizier spielt auch
dabei eine gr0Be Rolle, seine Tüchtigkeit macht sehr viel
aus. Die Deutschen teilen ein und teilen zu, die Kriegsgefan­
genen arbeiten das Mechanische und leisten Burschendienste. Y 1
In den EBsä1en bedienen Kriegsgefangene in gestreiften Q
Waschjacken mit Tellertüchern wie Kellner Tischgen0ssen­ i ;
schaften von etwa 16 Offizieren, tragen ihnen die Schüsseln ­E
zu, und letztere reichen sie einander weiter. Die Ordonnanzen El
haben verschlieBbare Schrankabteile zur Verfügung zum Auf- _
heben von Wein und Bier und eigenen Eläzutaten der 0ffi­ ‘
ziere. Wein und Bier erhalten die Offiziere zu Händler­
(nicht Wirtschafts­)Preisen. {
l Die Offiziere haben eine Kommission, welche jederzeit die g
l; Wünsche der Gesamtheit dem Vorstand vorbringen kann. Es l
li haben sich solche seitens der Russen auch auf National-
gerichte wie ,,Borschtsch" und ,,Kapustasuppe" erstreckt, 1 E
fi die bereitwillig regelmäläig hergestellt werden und gr0Ben W
. Beifall finden. gê
{ Der folgende Wochenspeisezettel zeigt, was so durchschnitt­ E
é lich geboten wird. AuBerdem gibt es morgens und nachmittags E
li in Stubenportionskannen zwei Tassen Kaffee, den Zucker in
ï 1/2­Monats­Tüten mit zog täglich, Marmelade in Wcchenge- E
fäBen mit 50g täglich, Brot wie für jede deutsche Zivilperson.
Die Fischmittagsmahlzeiten, die mit Eilfracht in Eis von
’ der Nordseeküste bezogen werden, betragen auf den Kopf
3/4 Pfund, die Mittagsportion zubereiteten Fleisches 110 bis
125 g, das Abendaufschnittgericht 80 bis 100 g. Gemüse und
Kartoffeln werden stets so reichlich gegeben wie gefordert.
Die Nahrungsmengen sind also so bemessen, daB jeder ohne
Heimatsendungen sehr gut bestehen kann.
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