HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 178

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Die Besichtiger werden stets Gelegenheit haben, gut ge- `
pflegte Vorräte zu sehen, wie einen elektrisch ventilierten,
fliegengeschützten Dauerwarenkeller mit Würsten und Schin-
ken in Beuteln, Wintervorräte von Pflück-, Speise­ und Koch-
obst auf Holzwolle in Gefachen usw.
So haben denn auch viele fremde Besucher und Besucherin­ i
nen ihre Anerkennung der Organisation und Leistungen, auch
nach ihren Gesprächen mit den Kriegsgefangenen, bezeigt,
und eine neutrale Dame war letzthin nach gründlicher Be- iv,
sichtigung eines Lagers glücklich, die Französinnen mit so
guten Nachrichten versehen zu können, wie gesund und kernig
aussehend und wie zufrieden sie ihre Männer gefunden habe,
die sie lebhaft ermunterte, dies auch durch Einsendung von {
Photographien zur Beruhigung ihrer Familien zu bekräftigen.
_ DaB jene Dame es mit ihrem Urteil ernst gemeint hat, lr
_ hat seine Bestätigung gefunden in äu|3erst zufriedenen Brie-
AI, fen der von der Dame besuchten Gattinnen an ihre Männer.
Diese waren ihrerseits wieder froh, ihre Familien nun be-
ruhigt zu wissen, nachdem diese bisher ihren Briefen aus dem
Lager nicht getraut hatten, weil sie glaubten, sie seien der
Zensur wegen schöngefärbt worden.
Im Verhältnis zu den Anforderungen an das deutsche Auf-
{ sichtspersonal wird von den Kriegsgefangenen nur ein ge- ë
è ringes MaB von Pflichten verlangt: Pünktlichkeit bei den F
l Appellen und Mahlzeiten, Beachten der Ordnungsvorschriften
l und die selbstverständliche militärische Unterordnung, und ’
_ man kann angesichts der Zahl und Gemischtheit von Charak­ _ I
teren sagen, daB sich doch in diesen kleinen Welten mit ihrem
f eigenartigen, verzweigten Organismus durchaus zweckent­ l
sprechende Zustäade gestaltet haben, mit denen beide Teile ,
vollauf zufrieden sein können und es wohl auch sind. á
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