HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 20

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sich befinden. Ob sie auch wegen strafbarer Handlungen Som
zur Verantwortung gezogen werden können, die sie vor enthäl
ihrer Gefangennahme begangen haben, ist in der Literatur Nac
bestritten, doch nach richtiger Meinung wohl zu verneinen*). förder
Flieht ein Gefangener, so unterliegt er dann disziplinarer Kranla
Bestrafung, wenn er vor der Erreichung des eigenen Heeres und ­;
oder vor dem Verlassen des Gebietes, das der Nehmerstaat gegebe
besetzt hält, wieder ergriffen wird. Nach gelungener Flucht und g
ist jedoch eine Bestrafung im Falle einer zweiten Gefangen­ fallen,
nahme unzulässig. werde;
Soweit ein Staat seinen Militärpersonen erlaubt, eine manne
Freilassung auf Ehrenwort nach erfolgter Gefangennahme behrli«
anzunehmen, wird der Staat hierdurch verpflichtet, die zu sich r
ihm Zurückgekehrten in keiner Weise zu verwenden, die zu ihr
dem gegebenen Worte zuwiderliefe. Eine Bestrafung seitens Die
p des gefangennehmenden Staates tritt ein, falls ein Gefangener, durch
ä der auf Ehrenwort freigelassen wurde, erneut gegen den frei- Friede
lassenden Staat oder dessen Verbündete die Waffen trägt Sch
­ und wiederum gefangengenommen wird. gelten
Zu hoher Bedeutung sind im gegenwärtigen Krieg die zu zei
Vorschriften über die Errichtung von Auskunftstellen ge- gelegt
i langt, von denen die Landkriegsordnung eingehend handelt. gehöri
Die Errichtung jener ist obligatorisch, ihr Zweck ist die ein er
Beantwortung die Kriegsgefangenen betreffender Fragen. daB d
Sie erhalten demgemälä von den zuständigen Dienststellen Geiste
{ alle Angaben über die Unterbringung und deren Wechsel, ` Recht
über Freilassungen gegen Ehrenwort, über Austausch, über ihm <
‘ Entweichungen, über Aufnahme in die Hospitäler und über zu er:
Sterbefälle, sowie sonstige Auskünfte, die nötig sind, um über
jeden Kriegsgefangenen ein Personalblatt anzulegen und
auf dem Laufenden zu erhalten.
{ *) Vgl. dazu Arndt in der Zeitschrift für Politik, Heft 3/6,
1915; S tru pp in Niemeyers Zeitschrift für internationales Recht,
ä XXV, 1915, Heft 1.
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