HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 22

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Unterkunft und Verpflegung
Von
Major L.,
Vorstand der Küchenverwaltung eines Kriegsgefangenenlagers
urch Aushungerung wollte uns England in wenigen ï
D Monaten niederzwingen, wenn es anders mit Hilfe der
Verbündeten nicht ginge, und nun ernähren wir uns selbst
schon über sechzehn Kriegsmonate hindurch und auBerdem
noch die jede Voraussicht übersteigende Zahl von Kriegs-
gefangenen. Und daB unsere Kriegsgefangenen gut unter-
gebracht und ernährt sind, das bezeugen die Neutralen täg-
lich auf Grund der Anschauung, die sie bei ungezählten
· Wanderungen durch Deutschlands Kriesgefangenenlager ge-
wonnen haben.
, Unsere Militärrchitekten haben sich bei dem Bau der Ge-
è fangenenlager im gr0Ben und ganzen an die Anlagen der
Baracken auf unseren Truppenübungsplätzen angelehnt:
g eine breite Lagerstraläe, rechts und links davon die Unter-
kunftsbaracken, Küchen und Vorratsräume und was sonst
Q noch zu des Lebens Notdurft gehört. Im Laufe der Zeit
l sind dann Bade- und Waschhäuser, Entlausungsanstalten
` und gröläere Vorratsräume hinzugefügt worden; und durch E
Errichtung eines Uhrturms, der zugleich Wachturm ist, ,_
krönte man das Werk.
i Es wurden keine Kosten gescheut, um in den Lagern
n Wohnstätten zu schaffen, die in gesundheitlicher Beziehung
‘ jedweden Schutz bieten. Die Herstellungskosten der Lager
für 10000 bis 20000 Gefangene - die übliche GröBe - be- ·;’
laufen sich durchschnittlich auf etwa zwei Millionen Mark.
Auf jeden Gefangenen entfällt eine Bodenfiäche von 21/Zqm.
M Auf diese Weise ist etwas entstanden, was durchaus
zweckentsprechend ist und dabei auch gefällt. Aus un-
g zähligen Erstlingsgefangenenbriefen klingt es heraus, was "
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