HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 28

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gehören den verschiedensten Nationen, den verschiedensten , .,.. ti,
Ständen und den verschiedensten Lebensaltern an. Da _
gab es in buntem Gemisch den zähnefletschenden Senegal- i b
neger, der, bevor er den bunten Rock der französischen , L
Republik anzog, auch gelegentlich Menschenfleisch nicht
verschmäht hatte, neben dem vegetarische Nahrung bev0r­ ‘
zugenden Turko. Da war der französische Groläindustrielle
und Millionär, neben ihm der zahnlose belgische Greis mit seinem ,
siebzehnjährigen Spröläling, dem belgischen Zukunftskrieger,
der zurzeit aber einen ausstellungsfähigen Nimmersatt dar-
stellte. Dazu~kam die Verschiedenheit der Ansprüche, die
die feindlichen Soldaten an ihre Kasernenküchen früher
stellen durften, mit deren Erzeugnissen sie nun die Lagerküche i
· verglichen. Am einfachsten gestaltete sich die Verpflegung .
der Russen, bei denen die Menge der verabreichten Nah- _ ,_;4
v rungsmittel die Hauptrolle spielt. Und reicht sie einmal nicht, fi
i so gehen sie dahin, wo von dem Tisch der Alliierten ab- ' I
getragen wird. Der britische Soldat erhält in seinem Lande L
1 eine verhältnismäläig gleichförmige Ernährung: Fleisch, L
i Brot, Gemüse, Fett oder Butter, Tee, Zucker, Marmelade. ï
i Dagegen ist die Ernährung der französischen Soldaten zu i
l Hause eine mannigfaltigere und namentlich am Wochen-
` ende gut, wenn infolge der Beurlaubungen die Zahl der
Portionen verhältnismäläig gering ist. L _
i ;Der beigefügte Wochenspeisezettel, der für die Weih­ .
g nachtsfeiertage 1914 im Darmstädter Lager aufgestellt wurde,
è zeigt am deutlichsten, was in den Wintermonaten in einem
¥ Lager mit 10000 Mann für 60 Pfennig geboten werden konnte.
Aus der Berechnung des Kostenpreises ist ersichtlich, daI3 J
auch noch etwas für schlimmere Zeiten, die hätten kommen S
können, zurückgelegt werden konnte.
· Das ging nun so seinen Weg, und um so besser, als in-
zwischen den Kriegsgefangenen, wenigstens den franzö-
sischen, reichlich Liebesgaben an Nahrungsmitteln von .
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