HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 30

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ihren Familien und von wuhltäaigen Vere; igmgêm gg-
schickt wurden und als durch die Einrichtung eines Kan-
tinenbetriebes in allen Lagern den Bessergestelltcn in vollem ­
MaBe Gelegenheit gebeten war, durch Einkauf in der Kan- ‘l_'
tine mehr Abwechslung in die Verpileguaxg zu bringen.
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Schwieriger gestalteten sich die Verhältnisse im Frühjahr
1015, als die Vorräte aus der reichlichen Ernte 1914
knapper wurden und die Preise anzogen. Unter Heran­
ziehung einer bekannten Autorität auf dem Gebiete der N
Volksernährung gelang es jedoch, diese Schwierigkeiten zu xili ii
überwinden und in sämtlichen deutschen Lagern die Er- ii
7 nährungsfrage einheitlich und zufriedenstellend zu lösen.
= Für alle Lager wurde die Einsetzung einer Küchenvervra1­
tung, bestehend aus dem das Verpflegungswesen leitenden `4
A Offizier, dem Lagerarzt und dem Zahlmeister, angeordnet.
à Vor allem aber wurde die ganze Verpflegungsfrage nunmehr ``'``` N
auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt. Die wirt­ E
, schaftliche Lage Deutschlands war gründlich studiert wor-
i den, und wenn sie auch zu keinen Befürchtungen Veran-
§ lassung gab, so heischte sie doch angesichts der Tatsache,
1 daB die Zahl der Kriegsgefangenen darnals schon auf an-
1 nähernd eine Million gestiegen war, besondere Malänahmen,
damit den Kriegsgefangenen ihr Recht werde, vor allem
aber auch, damit der deutschen Bevölkerung kein Un- nét;
recht geschähe. Mit Hilfe der Chemie und der Physiologie
wurde ermittelt, welche Rohstoffe und wieviel von ihnen zur
' Verwendung kommen müsse. Als Nahrungsnorm wurde fest-
gesetzt, dalä jeder Kriegs­ und Zivilgefangene an ausnutz-
l baren Nährstoffen täglich durchschnittlich 8 5 g Eiweil'5, 40 g
Fett und 475 g Kohlehydrate, im ganzen 2700 Kalorien er-
« hält. Stärker Arbeitenden soll 10% mehr gegeben werden.
‘ Gleichzeitig wurde der Höchstverpflegungssatz auf 66 Pfennig °
E erhöht als Ersatz für die notwendig gewordene Herabsetzung
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