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B
‘ Die Gesunderhaltung . _
Von
H Chefarzt eines Kriegsgefangenen­Lazaretts
_ ,,Hand1e so, daB die Maxime deines Willens ,
jederzeit zugleich als Prinzip einer all-
gemeinen Gesetzgebung gelten könne." ,
Kant: ,,Kritik der praktischen Ver- ,_
nunft", I. Teil, I. Bd., 1, Haupt- .
stück, § 7. .
4 Welch gr0Be Rolle im Kriege die Krankheiten spielen, U
geht aus einer Statistik von Prof. His hervor, nach
, der in den letzten gr0Ben Kriegen ebensoviel oder mehr
· Leute an Krankheiten als an der tödlichen Wirkung der ’
Waffen zugrunde gingen.
l Während wir im Frieden in Deutschland in den letzten
f jahrzehnten von eigentlichen Seuchengefahren kaum oder .
nur in ganz vereinzelten Fällen reden konnten, sahen wir
, uns durch den Krieg plötzlich von vielerlei Seuchen be-
i droht. Namentlich von RuBland her lauerte diese Gefahr
i durch Einschleppung des in Deutschland sonst ganz un-
; bekannten Fleckfiebers und der Cholera. Dabei ist die 2 3
Lebensgefahr beim Fleckfieber für Westeuropäer (Deutsche,
[ Franzosen, Belgier und Engländer) etwa viermal so groB
wie für Russen. Von letzteren sterben nur etwa 20 v. H.
; _ der Erkrankten, von Westeuropäern bis zu 80 v. H. Von
Frankreich und Belgien aus drohte Typhus, der dort wesent­
l lich häufiger epidemisch auftritt als bei uns.
l Schon in Friedenszeiten bildet Deutschland so in hygieni­
scher Hinsicht einen Wall zwischen West- und Osteuropa.
lg Diesen Wall auch im Kriege aufrechterhalten zu haben, ist
der Stolz der deutschen Sanitätsbehörden. Freilich wurden
hierbeilauBerordent1iche Anforderungen sowohl an die An-
passungsfähigkeit als auch an die strenge Durchführung H "
s
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