HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 54

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änderten Lebensbedingungen, immer eine gewisse Gefahr der
Erkrankung und Ansteckung in sich birgt, und hat dieser
dadurch vorzubeugen gewuBt, daB sie zur Errichtung der '
Lager klimatisch besonders günstig gelegene Plätze aus-
wählte. Grundbedingung war ein einwandfreier Boden und
die Möglichkeit der Anlage von Wasserleitung und Kanali­ ‘ ·
i sation. Von Anfang an beeilte man sich mit der Errichtung '
fester, heizbarer Baracken, um die Unterbringung in
Zelten nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Baracken er-
hielten meist einen gemauerten Untergrund und wurden in
i einer Entfernung voneinander aufgestellt, die den Insassen ,3
genügend Bewegungsfreiheit gewährleistete. Die Fenster g i
k muläten gr0B genug sein, um Licht und Luit in die Baracken
n zu lassen. Die gröBte Sorgfalt wurde der Anlage der Latrinen
L und der Entwässerung der Lager zugewandt. Die Erfahrung
S hat gezeigt, daB hiermit der Entstehung und der Ausbrei- L
{ tung von Epidemien am wirksamsten vorgebeugt wurde.
i Am zuverlässigsten ist die Schwemmkanalisation; nur wo `
V diese nicht zu erreichen war, wurde das Tonnensystem mit y
ausgiebigster chemischer Desinfektion und peinlicher Ord- , lr
nung und Reinlichkeit durchgeführt. ~<;
Aufäerdem werden der Kriegssanitätsordnung entsprechend
a i alle Infizierten oder auch nur Ansteckungsverdächtigen auf L
I das strengste von den übrigen gesunden und kranken Kriegs­ ‘
= gefangenen getrennt.
i Es wird andauernd auf sogenannte ,,Bazillenträger" unter {
{ den Kriegsgefangenen gefahndet, d. h. vollständig gesunde
Menschen, die aber Ansteckungskeime in sich bergen und
E. weiterverbreiten. Insbesondere wird jeder in der Küche be- ·
schäftigte Gefangene vor seiner Einstellung zu dieser Arbeit
auf das gründlichste untersucht. ï?* =ii
l Die von der Front kommenden Kriegsgefangenen, die
irgendwie seuchenverdächtig sind, werden drei bis
g vier Wochen getrennt von den übrigen in Quarantäncï
i 5° 4*