HomeAus deutschen Kriegsgefangenenlagern. 2. FolgePagina 92

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g nur ein kleiner Teil der Gefangenen, der sich an dieser Arbeit ·
l beteiligen kann, und es ist immer nur ein verschwindend
kleiner Teil der Zeit, der ausgefüllt wird. Im übrigen aber
t lastet die Zwecklosigkeit ihres Daseins schwer auf den Ge-
E fangenen, während zugleich sehr vieles von dem, was sonst
, als unentbehrlich betrachtet wird, entbehrt werden mulä.
ii Zur Bekämpfung der mancherlei Nöte unter den Gefange-
E nen ist eine Reihe von Einrichtungen getroffen, die in der
L Regel von den Gefangenen selbst verwaltet werden. Dahin
è gehören vor allen Dingen die Unterstützungs- und Dar-
. lehnskassen. Während manche Gefangene sehr reichlich
E mit Sendungen aus ihrer Heimat bedacht werden, gibt es
auch viele, die überhaupt nichts erhalten. Ihre Angehörigen
i sind nicht in der Lage, ihnen etwas zu schicken, weil sie nichts
t _ haben oder weil sie sich in den besetzten feindlichen Gebieten
i befinden oder weil sie den Zusammenhang mit dem Gefange­
{ _ nen verloren haben. In diesen Fällen müssen die Kameraden
i helfen. Die hierfür eingerichteten Unterstützungskassen wer-
iï den durch freiwillige Beiträge der besser gestellten Gefangenen
`E i und durch die Einnahmen aus den Konzerten und sonstigen
geselligen Veranstaltungen gespeist. Die Darlehnskassen
dagegen sind für diejenigen bestimmt, die sich in vorüber- »
gehender Not befinden. Es kommt z. B. vor, daB eine Geld-
l sendung angemeldet ist oder mit Verspätung eintrifft. Als-
l dann kann auf die erwartete Geldsumme eine Anleihe ge-
l macht werden.
_ Eine weitere Einrichtung der sozialen Fürsorge ist die
Auskunftsstelle für Rechtsangelegenheiten. Eine
Reihe von Advokaten hat sich bereit erklärt, in Rechts-
fragen Auskunft zu erteilen. Sie helfen bei der Abfassung von
Testamenten, Vollmachten und ähnlichen Urkunden. Sie
á erteilen Rat, wenn die Frauen in der Heimat mit den Nachbarr
l oder im Geschäft in Rechtsstreitigkeiten geraten. Rat und
Hilfe werden unentgeltlich erteilt.
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