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V
I Die Seelsorge `
g Evangelische Seelsorge ·
Von
Pfarrer Ch. Correvon (Frankfurt a. M.)
Am 4. januar 1915 erhielt ich vom Kriegsministerium i
l Berlin, und zwar durch die Vermittlung des XIV. Ar
; meekorps in Karlsruhe und veranlalät durch eine Anregun
1 Ihrer Königlichen Hoheit der Frau GroBherz0gin­Witw
I Luise von Baden, die Erlaubnis, sämtliche Lazarette un ’
I Kriegsgefangenenlager innerhalb der Befugnisse des preulài ‘
i schen Kriegsministeriums zu besuchen und mich der dort inter
nierten evangelischen Franzosen und Belgier seelsorgerisc in
l anzunehmen. Vom stellvertretenden Generalkommando de rs;
V XVIII. Armeekorps in Frankfurt a. M. bekam ich aufäerden K,
, den Auftrag, die ganze Seelsorge an den evangelischen Fran ;“
{ zosen und Belgiern des Armeekorps zu übernehmen, welch
dann zur Erleichterung der geistlichen Arbeit im Lage
Darmstadt vereinigt wurden.
_ Seit dem Frühjahr 1915 habe ich daher nicht nur regel
X mäläig das Lager und das Lazarett in Darmstadt, sonder T
auläerdem ein oder mehrere Male an achtzig Kriegsgefan
genen­Offiziers­ und ­Mannschaftslager besucht. it
[ Die Generalkommandos der verschiedenen Armeekorp ä, ;
ë sind in bezug auf die Organisation der Seelsorge von den 9
ë Grundsatz ausgegangen, daB diese in erster Linie den ein `I
V heimischen deutschen Pastoren anvertraut werden sollt
Aber auch ausländischen Geistlichen, besonders häufil
Schweizern, wurde der Zutritt zu den Lagern gestattet. Den ‘
in Genf durch seine bewährte Evangelisationsarbeit rührnlic E j
E bekannten Herrn Ernest Favre wurde die Erlaubnis er .
teilt, sich je einige Tage in zwölf verschiedenen Lagern secl I
sorgerisch aufzuhalten. Die segensreichen Spuren dieser stille _
und schlichten Arbeit durfte ich überall wahrnehmen.
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